Die Entwicklungskosten explodieren? 

Golden toilet
Die Entwicklungskosten europäischer Hersteller sind zu hoch

Wenn selbst Branchengrößen wie Bosch (harte Sparprogramme) und VW (konsequentes Cost-Cutting) öffentlich auf Kostendruck reagieren, ist klar: „Weiter so“ in der Produktentwicklung wird teuer. Viele Engineering-Verantwortliche berichten über steigende Kosten und sehen signifikanten Kostensenkungsbedarf in den nächsten Jahren.  

Gleichzeitig zeigt die EU-Kommission: Das Investment in R&D wächst global weiter, aber Europas Dynamik ist im weltweiten Vergleich sogar deutlich geringer (iri.jrc.ec.europa.eu). Den geringeren Anstieg bei den R&D-Investitionen müssten europäische Firmen über eine höhere Kosteneffizienz ausgleichen, um vergleichbare R&D-Ergebnisse zu erzielen. 

 
Die möglichen Ursachen sind bekannt

Was sind die wesentlichen Treiber für Verluste in der Kosteneffizienz? Neben Ursachen, die außerhalb des direkten Einflussbereiches des einzelnen Unternehmens liegen, wie z.B. Energiepreise, Bürokratie und Regulierung, Lohnniveaus oder Lieferketten gibt es auch Ursachen, die ein Unternehmen unmittelbar beeinflussen kann: 

  • Zu viele oder zu gute Produkteigenschaften → Entwicklungsaufwände für Features, die die Kunden nicht wertschätzen (Gold-Plating) 
  • Späte, ungeplante Änderungen → ungeplante Aufwände für Nacharbeit, Re-Tests, Re-Zertifizierung, Lieferanten-Loops 
  • Geringe Wiederverwendung von Ergebnissen → Projekte „erfinden“ vorhandene Bausteine neu, unnötig hohe Varianz 
  • Späte Integration & Validierung → teure Fehler spät im Prozess 
  • Geringe Produktivität durch Silos, Legacy-Toolchains und fehlende digitale Durchgängigkeit → mehr Koordinationsaufwand, Medienbrüche, Doppelarbeit, Fehler durch inkonsistente Datenstände 

 

3 mögliche Maßnahmen: 
  • Sauberes Requirement Engineering, klare Akzeptanzkriterien und frühe Validierung (Prototypen/Simulation) für Anforderungen einführen. 
  • Frontloading anwenden & Wiederverwendung existierender Lösungen sicherstellen. 
  • Den Flow der Produktentwicklung optimieren (Wertstromdesign, Priorisierung, cross-funktionale Teams, Flow-optimierte Schnittstellen, WIP-Limits, „stop starting – start finishing“).