1) Machen Sie „Cost of Delay“ sichtbar
Problem: Arbeitsergebnisse liegen „rum“ und kosten Geld, ohne Nutzen zu liefern. Wartezeiten und falsche Priorisierung können in der Produktentwicklung enorme negative wirtschaftliche Auswirkungen haben.
How-to: Für die Top-10 Aufgabenpakete schätzen Sie: Wert pro Woche Verzögerung (Umsatz, Marge, Risiko, Vertragsstrafen, Marktfenster).
Ergebnis: Eine Rangfolge der Aufgabenpakete nach Cost of Delay, deren Einhaltung zu einem optimalen Kosten/Nutzen-Verhältnis der investierten Ressourcen führt.
2) Setzen Sie harte WIP-Limits (Flow statt Multitasking)
Problem: Zu viele parallele Projekte oder Aufgabenpakete erzwingen häufige Kontextwechsel, Wartezeiten und Koordinationskosten.
How-to: Definieren Sie pro Team/Disziplin eine maximale Anzahl parallel laufender Arbeitspakete (WIP). Bearbeiten Sie nicht mehr als den maximalen WIP parallel. Verhindern Sie aktiv den Start neuer Arbeitspakete, bevor der WIP unter den maximalen Wert fällt („Start finishing“).
Ergebnis: Der Durchfluss fertiggestellter Projekte oder Aufgabenpakete steigt, Termine werden besser eingehalten, die Kosten pro Projekt oder Aufgabenpaket sinken.
3) Frontload the learning: Frühe Validierung statt späte Nacharbeit
Problem: Fehler und Fehlannahmen werden erst spät sichtbar und führen zu teuren Änderungsschleifen
How-to: Definieren Sie die Top-5 Entwicklungsrisiken (z.B. aus Technik, Lieferanten, Zulassung, Nutzerverhalten). Entwerfen Sie für jedes Risiko einen schnellen Lerntest (z.B. Simulation, Prototyp, HiL, Pilotkunde).
Regel: Kein „Weiter“ ohne Lernnachweis.
Ergebnis: Weniger späte Änderungen, insgesamt geringerer Änderungsaufwand, geeignetere Lösungen
4) Stabilisieren Sie Änderungen mit „Impact-First“ Change Control
Problem: „Kleine“ Änderungen explodieren, weil die Auswirkungen nicht transparent gemacht wurden.
How-to: Jede Änderung bekommt verpflichtend:
- Auswirkung auf Kosten / Termine / Qualität / Risiko
- Betroffene Module & Schnittstellen
- Zusätzliche Test- und Dokumentationsaufwände
- Entscheidung: Stop / Go / Revise (Change-Board)
Ergebnis: Änderungsentscheidungen sind nicht Meinungs-, sondern Faktenbasiert. Unerwartete Änderungskosten sinken.
5) Integrieren Sie systematische Wiederverwendung
Problem: Wiederverwendung scheitert oft an fehlenden Regeln, fehlender Transparenz oder fehlender Plattform-Ownership.
How-to: Definieren Sie Standard-Bausteine (z.B. Mechanik, E/E, Software, Schnittstellen). Für Neuentwicklungen gilt: Begründungspflicht (Business Case + Risiko). Messen Sie die Wiederverwendungsrate und „Entwicklungsaufwand pro Variante“ als Entwicklungskennzahlen.
Ergebnis: Geringere Variantenvielfalt inkl. Folgekosten, reduzierte Entwicklungsaufwände.
